Virtual Reality zur Behandlung von Phobien

06. Dezember 2016 / Healthcare

Angststörungen zählen neben Depression und Suchterkrankungen zu den häufigsten psychischen Leiden. Einer wissenschaftlichen Erhebung aus dem Jahr 2011 zufolge leidet etwa jeder siebte Europäer an einer Angststörung. Dazu gehören zum Beispiel Panikattacken, soziale Phobien oder spezifische Ängste wie Spinnenphobie und Höhenangst.

Durch das Nachbilden realer Erfahrungen in VR, beispielsweise die Exposition mit Höhe, können nachweislich reale Ängste hervorgerufen werden.  Dies nutzen wir in unserer Anwendung zur systematischen Desensibilisierung zur Behandlung von Ängsten, bei der die Betroffenen in Virtual Reality mit den Dingen und Situationen stufenweise konfrontiert werden, vor denen sie Angst haben und die sie vermeiden.

Das virtuelle System kann somit flexibel auf den Nutzer reagieren und fördert damit die Wahrnehmung der virtuellen Umgebung als real.

Die Exposition von angstauslösenden Reizen in VR stellt eine Zwischenform von Expostion in sensu und in  vivo dar, welche bei betroffenen Menschen zu einer höheren Bereitschaft führt,  sich überhaupt erst in Therapie zu begeben. Vor anderen zu zeigen, dass eine alltägliche Situation Panik auslöst, fällt vielen schwer. Tatsächlich belegt eine Befragung aus Spanien und den USA, dass viele Patienten sich ihren Ängsten eher in der virtuellen Welt stellen würden. Bestätigt sich dies, könnten Therapeuten mit dieser Methode viel mehr Betroffene erreichen, als es bisher der Fall ist.

Das gefühlte Eintauchen („Präsenzerleben“) in das virtuelle System wird vor allem durch die visuellen und akustischen, aber auch taktilen Reize der VR hergestellt. Verschiedene Geräte, beispielsweise Datenbrillen, Datenhandschuhe oder Spracherkennungssysteme, erlauben zudem eine Kommunikation mit der computergenerierten Umgebung anhand von Gestik, Mimik, Körperhaltung und Sprache.

Kontakt zu uns